TSV Dachau 1865

Zwei starke Viertel reichen gegen die Bayern nicht

Die bessere Mannschaft hat am Samstag in der Jahnhalle gewonnen. Das waren allerdings nicht die Dachau Spurs, sondern die dritte Mannschaft des FC Bayern München Basketball. Das klare Ergebnis von 89:66 (47:26) täuscht indes ein wenig über den wahren Spielverlauf hinweg, in dem die 65-Korbjäger über weite Strecken sehr gut Paroli boten und sich, wie erhofft, stark verbessert präsentierten.

Mit großer taktischer Disziplin traten die Gastgeber im ersten Viertel auf. Insbesondere wurde die druckvolle Ganzfeldpressverteidigung der Münchner immer wieder mit einstudierten Spielzügen ausgehebelt und vorne geduldig weiterkombiniert, um dann hochprozentig abzuschließen. Der Lohn war eine knappe 20:19-Führung nach zehn Minuten.

Doch in der Folge konnten die Spurs diese Konzentration nicht halten, oder wie es Coach Werner Mühling ausdrückte: "Wir haben alles vergessen, was wir vorher gut gemacht haben." Die 65er verzettelten sich, verloren die Bälle, kamen nun immer häufiger einen Schritt zu spät – im zweiten Viertel lief nichts mehr zusammen. Mit sage und schreibe 28:6 Punkten holte sich die Mannschaft von Trainer Demond Greene den Abschnitt, zur Pause schien die Vorentscheidung gefallen.

Doch anders als in Freising dachten die Spurs diesmal gar nicht daran, aufzustecken. Glück, der lange Milan Keser und der frischgebackene Papa Igor Jurakic waren die Protagonisten einer kleinen Aufholjagd. Und mit Rückkehrer Johannes Schwarz bekam die Defensivarbeit der Dachauer einen wichtigen Stabilisator dazu. Er wird in den nächsten Wochen regelmäßig aushelfen.

Selbst Mitte des Schlussviertels war beim Stand von 57:65 (34.) noch nichts verloren. Doch als sich der einzige echte Aufbauspieler der Spurs, Florian Widmann (Karol Firek fehlte mit Leistenverletzung) mit dem fünften Foul verabschiedete, ging es wieder dahin. Am Ende setzten sich die athletischen, austrainierten Bayern sogar auf mehr als 20 Punkte ab.

"Es hätte heute schon sehr viel bei uns zusammenpassen müssen, um die Bayern in dieser Form zu schlagen", sagte Werner Mühling nachher. "Da sieht man natürlich auch, was tägliches Training bewirken kann. In dieser Aufstellung sehe ich derzeit in der 2. Regionalliga kein Team, dass den Bayern Paroli bieten kann."

Dachau Spurs – FC Bayern München Basketball III 66:89 (20:19/ 26:47/48:63)

Spurs: Corni Glück 20 (1), Akin Arpac 13 (2), Milan Keser 11, Sebastian Hufgard 8, Igor Jurakic 8, Tasilo Matthes 2, Johannes Schwarz 2, Flo Widmann 2, Sebastian Wolf, Steffen Haberland, Matheus Holderer de Vasconcelos.